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habe ihr erzählt: „der König sei wieder vermählt mit einerjungen, hübschen Person." Dieß sei vorigen Donnerstag inGegenwart einiger hohen Personen durch einen fremden Pre-diger in der Schloßkapelle zu Charlottenburg geschehen; ge-wißlich sei das wahr, denn er habe es mit eigenen Augendurch das Schlüsselloch gesehen. Nun möge sie (LIsctte) eilenund machen, daß sie in den Dienst käme bei der Königinn, alsKammerfrau, oder als Bettsrau, und die GeheimräthinnSchulz, ihre Herrschaft, um ein empfehlendes Zeugniß bitten;dasselbe würde ihr, da sie kl Jahre treu und ehrlich gedient,gewiß nicht versagt werden; dann könnten sie sich endlichhcirathen; sie möge aber eilen, daß sie von der Geheimräthinnbald dieses Zeugniß erhielte, denn es sei damit keine Zeit zu ver-lieren." „Nun quält mich darum," fuhr sie fort, „die unglück-liche Person Tag und Nacht; sie jammert mich, da sie im klebri-gen ganz ordentlich und vernünftig ist. Aber es ist, wie bei Ver-rückten gewöhnlich der Fall, eine fixe Idee, die sie quält. Siewill gern den Menschen haben; nun hat sie sich den tollen Ge-danken in den Kops gesetzt, der König sei wieder vermählt,und hofft bei Seiner Gemahlinn in Dienst und Brod ge-nommen zu werden. Tausendmal habe ich ihr gesagt: „Li-sette, setze Sie sich doch Nichts in den Kopf; es sind jaNarrctheidungcn, Einbildungen, Hasenschemme;" *) das weißich wohl besser. Aber es Hilst nicht, sie kommt immer wie-der darauf zurück; sie bleibt dabei, der König sei wieder ver-mählt; sie will mit aller Gewalt Königliche Bettfrau werden,um nur ihren Kerl Heirathen zu können. Noch gestern Abend
') Die verwittwete Frau Geheimräthinn war eine geborene Hol-ländcrinn.