Druckschrift 
3,2 (1846)
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gemißdeutet, als wenn nichts Gutes im Hinterhalte läge.Manche Reformirte meinen, sie sollten lutherisch, und vieleLutherische, sie sollten reformirt werden, Andere reden wohlgar von einer neuen Religion. Das ist aber übel, daß sichdie Menschen, und unter ihnen viele Theologen, die doch derheiligen Schrift Doctor heißen und ihr vi-, vor ihrem Na-men nicht vergessen, nicht in der heiligen Schrift oricntiren,sondern in der Confcssion. Sic reden immer von dem Glau-ben und System der Rcformirten und Lutheraner, und wol-len demselben Nichts vergeben; statt daß sie von Christus unddem, was er gewollt und gelehrt hat, als an Luther undCalvin noch nicht gedacht wurde, reden sollten. Die großenReformatoren des löten Jahrhunderts aber gingen auf Chri-stum zurück, und eben darum, weil sie dicß thaten, ihn nurmeinten, ihn allein nur wollten, an ihn nur glaubten, ver-mochten sie es, die Kirche zu reinigen und sie in ihrer ur-sprünglichen edlen Einfalt wieder herzustellen. Ihnen müssenwir darin ähnlich werden; statt dessen bleibt man kurzsichtigbei dem Werke der Reformation stehen und will nicht darü-ber hinaus, zu dem Herrn und Heiland selbst, der doch Allesund allein Meister ist."

Ich habe Nichts gegen die symbolischen Bücher beiderKirchen, ich halte sie für nothwendig in den damaligen Zei-ten, der feindlich gesinnten Kirche, von welcher man sichtrennen mußte, gegenüber; ich ehre sie vielmehr als Bekennt-nißschriften, und will nicht, daß man ihre Autorität schmälere.Aber ihre dogmatischen Spitzfindigkeiten und opponirendcnDistinctionen über die Gnadenwahl und die Gegenwart Christiim heiligen Abendmahl hindert die kirchliche Bereinigung derRcformirten und Lutheraner in eine evangelische Kirche nicht,