Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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170
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Werke, sondern allein durch Jesum Christum und den Glau-ben an ihn selig. Verstehen Sie das, Herr Präsident?Nein, Sie verstehen es nicht. Es ist eine Sünde undSchande, daß Sie Präsident der Bibelgesellschaft sind. Sichaben wie ein Heide gesprochen. Sie führen die Menschenvon Christus ab, statt daß Sic zu Christus führen soll-ten. Sie sorgen ängstlich für die Zukunft, denken nichtdaran, daß sie in den Händen des Herrn liegt. Aber daskommt daher, weil es Ihnen am rechten Glauben fehlt. Siesind ein Ungläubiger, ein Atheist."

Diese Anklagen, welche in Injurien übergingen, sagteder Lieutenant v. N. N. im steigenden Affect, der ein sprü-hender Zorn wurde. Das Auge glühete, die Faust balltesich, der Schaum stand vor dem Munde, der Degen rasselte,die Füße stampften, der ganze Körper war in Bewegung.Man sah einen Fanatiker, der raste und mit Schimpfwor-ten um sich warf. Mit Erstaunen erblickte man den Mann,der nicht wußte, was er that. Es wäre vergebens gewesen,seine Wuth zu dämpfen; ich gebot Stille, sprach einige ru-hige Worte, und hob die Conferenz auf. Alle ohne Aus-nahme folgten mir und man war einstimmig der Meinung,daß der Herr v. N. N. cxcludirt werden müsse. Der unan-genehme Vorfall ging wie ein Lauffeuer durch die Stadtund erregte allgemeine Indignation. Er kam auch zur Kennt-nis des Königs und ich mußte Ihm den Hergang der Sacheerzählen. Wiewohl dieß historisch treu geschah, so nahm Erdoch den Husaren-Lieutenant in Schutz. Er, der gnädigeHerr, sagte: „Hier sind nur zwei Fälle denkbar. Er mußentweder cassirt werden, oder nicht. Geschähe es, so wäredie Strafe zu hart, da der Keim und die Absicht gut ist.