Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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aber lachte und nannte den Lieutenant v. N. einen über-spannten Kopf, der durch seine wunderlichen Grillen uns nochvielen Verdruß machen würde. Ich glaubte dieß um soweniger, als ich von nun an ihn oft bei mir sah, und freutemich seines gläubigen Sinnes in seiner militairischcn Statt-lichkeit. Wenn er in der Hof- und Garnisonkirche gewesen,und ich gepredigt hatte, erhielt ich oft von ihm Briefe, inwelchen er über den gesprochenen Gegenstand sein Urthcil ab-gab, Manches lobte, aber auch Manches tadelte. Geradedieß Letztere gefiel mir, und ich antwortete, wie's mir um'sHerz war. Der Sache wurde mir aber für meine in An-spruch genommene Zeit zu viel, und als er einmal eine vonmir gehaltene Predigt durchweg tadelnd und lieblos kritisirtc,antwortete ich ihm kurz: daß er bei einem anderen Prediger,der mehr als ich die Gabe der Erbauung besäße, zur Kirchegehen möge; kurz wir kamen auseinander. Der Oberst vonMalakowsky, dem ich dieß erzählte, lachte noch mehr, undsagte: ,,Danken Sie Gott, wenn Sie so davon abkommen;ich habe meine Roth mit ihm." — Ich sollte sie auch haben.In dieser Zeit starb der Hofapothekcr Franke, ein origi-neller Mann. Geschickt, gewissenhaft und treu in seinerKunst;-ernst und liebevoll in seinem Hause; zart und reingegen seine Ehefrau; dienstfertig und freundlich gegen Jeder-mann, besonders gegen Arme; ein guter Bürger und gehor-samer Untcrthanz ein positiv-gläubiger Christ; ein großerVerehrer von Swedenborg; ein Separatist im guten Sinne;liebenswürdig in seinen Sitten, — übersah man mancheParadoxicn an ihm, und die allgemeine Stimme sagte vonihm: „Er ist ein sonderbarer, aber doch ein edler Mann."Ein warmer frommer Bibelleser, war er auch ein thätigesIII. u