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bis dahin friedliche, liebevolle Zusammenleben über und mischteihre frostige Kälte in jede Berührung. Die Religion, na-mentlich die christliche, athmct in ihrem Geiste Versöhnungund Duldung; wird sie aber ein dogmatisches Gezänk, soentflieht ihr guter Genius, und nach solcher Entweihung trittHaß an ihre Stelle. Dieser wird um so heftiger und gifti-ger, je mehr das Object, um welches gestritten wird, als dieheilige Sache Gottes und als seine Ehre hingestellt wird.„Wir wollten wohl, wir möchten gern; aber wir dürfennicht. Die Sache, worauf es ankommt, können wir nichtfallen lassen; es ist die Sache Gottes und Jesu Christi;"hörte man behaupten, und das Schreien endigte sich gewöhn-lich mit lautem Weinen. Es liegt etwas Jmponircndes undErnstes darin, wenn sachkundige Männer miteinander überreligiöse Gegenstände disputircn und Gründe gegen Gründesetzen. Nur Einsichtsvolle nehmen Theil; die Anderen schwei-gen still, vorzüglich der weibliche Theil. Wo aber Jung-frauen, alte gegen junge, und geistliche Schwestern gegengeistliche Schwestern, keifen, hadern und schreien, da ist esZeit, nicht dazwischen zu treten, denn man richtet Nichts aus,sondern still sich zu entfernen und das Freie in Gottes fri-scher Luft zu suchen. Allerdings ist Religiosität und Fröm-migkeit der erste schöne Zug im weiblichen Charakter, undKindlichkeit, die positiv am Buchstaben der heiligen Schrifthängt, sein Element und Wesen; aber dieses ist denn auchimmer ein fester Glaube, eine heitere Liebe, eine fröhlicheHoffnung, und die Liebe ist die größte unter ihnen. Hierwar aber die Christlichkeit eine lauernde, spionircnde, ortho-doxe Kleinigkeitskrämerei, die im vagen Dunkel herumtappt,anschwärzt und Zwietracht anrichtet. Der Stiftspredigerwurde vom Pietismus und Mysticismus der Neologic