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dahin friedlichen Zellen ihrer harmlosen Bewohnerinnen. ZweiParteien standen sich feindlich einander gegenüber; die einebehauptete, der Stiftsprediger sei ein Neuling und predigenicht Christum, den Gekreuzigten, noch Gottes Wort, mankönne und dürfe nicht bei ihm zum heiligen Abendmahl ge-hen; die andere dagegen wollte davon Nichts wissen, sagtevielmehr, man habe bisher sich bei ihm gut erbauet, mankönne dieß fortwährend, und er sei ein ebenso vortrefflicherPrediger, als ein guter, redlicher, exemplarischer Mann. Diealte Aebtissinn Steinwehr, eine würdige, friedliebende Dame,gab sich alle Mühe, den Hader zu schlichten und Ruhe undFrieden in dem stillen heiligen Grabe zu erhalten; aber ver-gebens, die Opposition wurde immer heftiger und die wech-selseitige Entfernung immer größer. Diese ging in das ganze
Der Preußische Staat war bis zum unglücklichen Jahrel8l)li reich an milden wohlhabenden Stiftsanstalten für Töchteredler Herkunft aus adlichem und bürgerlichem Stande. Eslagen solche reich dotirte Anstalten im Magdeburgischen undHalberstädtischcn; vorzüglich aber in der glücklichen GrafschaftMark, in Soest, Hocrdc, Fröndenberg, Elsey, in Weselu. s. f. Zur Zeit der Zwingherrschaft, im «üculo tei-reo, dieLobredner Napoleons nannten es sileului» uuruum, wurdendiese geistlichen weiblichen Stifter ganz und gar aufgehobenund säcularisirt, (ja wohl säcularisirt!) dabei blieb es nachglücklich beendigtem Freiheitskampfe. Es erfolgte keine re-«liiutio !n integrum, wiewohl größtenteils fromme Vorfah-ren als Particulicrs diese milden Stiftungen mit ihrem eigenenVermögen fundirt hatten, und die Anzahl der unvermögendenTöchter, also das Bedürfnis milder Stiftungen, zunahm. Allediese bedeutenden Summen flössen in den absorbirenden Schlundder Staatskassen, denen sie im Fluche des Unsegcns keinen Se-gen brachten. Aber hin ist hin, verloren ist verloren!