Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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Wahnsinn. Die Wahrheit dieser psychologischen Thatsachebestätigt die Geschichte der Irrenhäuser und die Anzahl ihrerunglücklichen weiblichen Bewohner. Gefühle, unaufhörlichinneren und äußeren Einwirkungen preisgegeben, unstät, un-ruhig, und dcßhalb angreisend, verzehren das Leben und rei-ben es auf; sie verrücken alle Verhältnisse, und machen darumverrückt, sie werden eine Krankheit, welche Seele und Körpererschlafft. Klare Grundsätze allein stehen fest, ändern nie,sind überall unter allen äußeren Wechseln dieselben, bringenin die rechte gesunde Mitte, erheben, ohne zu exaltiren, undführen Jeden, der sie in sich als Lebensprincip aufgenommenhat, überall sicher. Was die heilige Schrift so tief, ernstund wahr, von der Reue, Buße, Traurigkeit, Zerknirschungund Zerschlagenheit des Herzens, als notwendigem Durch-gangspunkte zur Freudigkeit des Glaubens fordertund lehrt, diese innere heitere Ruhe und Freudigkeit aber alsdas rechte Kennzeichen des wahren Christen, als das herrlicheZiel, wohin Alles gehen soll, und wozu es doch kommenmuß, so herzerhebend und ermunternd aufstellt, zerreißt derMysticismus, er trennt Mittel und Zweck, macht das Tran-sitorische permanent, und quält sich immerdar mit dem Durch-bruche, ohne in seinem hysterisch kranken Zustande jemals zurfreudigen Genesung der Wiedergeburt zu kommen. Die Erdeist ihm ein Jammerthal und das Verweilen auf ihr nur einMittel, — statt daß das Leben nach der Lehre des Christen-thums schon an sich Zweck, und das Leben des Christen einseliges, ein Wandel im Himmel ist, weßhalb er immer inLiebe fröhlich sein soll. Darum ist auch der Mystiker undPietist gewöhnlich finster, bitter, trübe, verschlossen und into-lerant; äußerlich dcmüthig, submiß und gesenkt, innerlich hoch-müthig und hart, ängstlich und scheu, reizbar und mißtrauisch,