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Leben, das nur in der Klarheit, Gewißheit und Kraft sichentwickelt, geltend machen und gedeihen kann, abgeschnittenund verschlossen, so daß zwischen beiden eine große Klustbefestigt ist. Da aber ein jedes sublunarische Leben in seinenStellungen und Verhältnissen eine Praxis hat und verlangt,und, sobald es aufs Handeln ankommt, die (contemplativc)beschauliche Gemüthsstimmung verschwindet und als eine taubeBlüthe abfällt, so entsteht innerlich und äußerlich der schroffsteWiderspruch: die Mystiker und Pietisten suhlen das, undweil sie gleichwohl das Unvereinbare vereinigen wollen, sokommen sie nie aus der Angst, und befinden sich fortwäh-rend in dem beklagcnswcrthen Zustande sclbstcigencr Anklage,der Traurigkeit und Zerrissenheit. Kein gesunder Mensch, derseinen praktischen Beruf hat, kann es lange in solchem jam-mervollen überspannten Zustande aushalten, er suhlt dasEnge, Dumpfe und Zwingende desselben und scheidet aus.Der praktisch verständige, selbstständige, unermüdet thätigeund wahrhast fromme Adjutant des Königs von Witzlebenbefand sich einst in einer solchen Lage. Durch den gutenSchein von Frömmigkeit, durch angesehene Mitglieder männ-lichen und weiblichen Geschlechts, ließ er sich bestimmen, anden Zusammenkünften und Betstunden der Pietisten in BerlinTheil zu nehmen. Aber öfter als dreimal konnte er es nichtaushalten, und er gestand mir offenherzig, daß er Christum,an den er im biblischen Sinne von Herzen glaubte, auf solcheArt nicht verehren könne. „Gern und von Herzen," sagteer, „gehe ich zur Kirche und zum heiligen Abendmahl. Gernrede ich mit Frau und Kindern und mit einem Geistlichen,zu dem ich Vertrauen habe, von unserem Erlöser, und hütemich, daß in meinem Leben Nichts vorkomme, was seinWort verbietet. Aber am Liebsten und Offensten rede ich
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