Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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anders, als er wirklich ist. Dicß suhlt er, und verfällt, umes zu verbergen, auf das verkehrte Mittel des die Weise oderdie Melodie haltenden Tones. Es ist aber darin keine ruhigeHarmonie, vielmehr fällt jedem Menschenkenner die Dishar-monie auf. So war I). Fesler, als er „Bonaventuras my-stische Nächte" geschrieben hatte, auf der Hochzeit seines Freun-des und Wohlthäters, des Hofapothckers Franke zu Pots-dam, neben mir sitzend, anfangs steif, graciös und feierlich,so daß mit dem barocken, aphoristischen Manne Nichts anzu-fangen war. Als aber der perlende Rheinwein und derschäumende Champagner kreiste und Alles bei Tische fröhlichwurde, sielen die mystischen Lappen von ihm ab, und erwurde in seinem natürlichen einfachen Wesen angenehm undgenußgebcnd, eben darum, weil er selbst körperlich und geistiggenoß. Der wahre Pietismus und der echte Mysticismusgenießt still intensiv, und ist, was schon sein Name sagt,verborgen; dem falschen aber ist es nicht genug, in einsamerKammer bei verschlossenen Thurm im Verborgenen, er willund liebt es, mit Mehreren zu beten. Die angenommeneFrömmigkeit, weil sie nur eine Schcinfrömmigkeit ist, machtGeräusch und will sich bemerkt machen und die Augen aufsich ziehen. In jedem Separatismus liegt auch immer Egois-mus; er sondert sich ab, weil er zu hochmüthig ist und sichzu gut dünkt, um mit der gemeinschaftlichen Sache, derUnion, sich gemein zu machen. Diese Sattheit und Abge-schlossenheit, welche Gott dankt, daß sie nicht ist, wie andereLeute, ist schon fertig und richtet nach ihrem Maßstabe.Alles in der mystischen Absonderung ist subjectiv, und in dörSubjectivität so stark und lebhaft, daß man darin die Sache,die Wahrheit, das Object selbst, zu sehen glaubt. Ihr un-bewußter Jrrthum besteht darin, daß sie den Menschen höchst