Druckschrift 
3,2 (1846)
Entstehung
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Anstoß dazu ein guter und wahrhaft frommer war. Beidem gemeinen Manne regt sich mehr, als in Städten undseinem mittelbaren componirten Verkehr, auf dem Lande undin der einfachen Feldarbeit, das Bedürfniß der Gottesfurcht.Bei einem heißen mühevollen Tage ist der Arbeiter im Freienbei seinem Werke Gott und seinem Segen gleichsam näher,und bei jedem Schritte, den er thut, fühlt er es, daß diegute Gabe, die er zu ernten hofft, von Oben kommt.Ist der Abend mit seiner Kühlungs-Dämmcrung gekommen,so ist das Herz voll von dem, was der Hauswirth vorhat,und mit seinen Kindern, Knechten und Mägden geht er sin-nend der väterlichen Hütte zu. Wie natürlich und von selbsterhebt sich einfach und wahr das Herz zu Gott, und das,was es fühlt, spricht nun die Zunge aus. Dieß ist wahreFrömmigkeit, und sie ist es um so mehr, je kindlicher undeinfacher sie ist. Man findet diesen frommen Sinn GottLob! noch häusig tief im Lande, in von den Städten weitentfernten stillen Dörfern und ihren unverdorbenen Sitten.Wer mag diese Stimmung und Richtung tadeln? Wer, deres mit der Menschheit und ihrem wahren Wohl redlich meint,fühlt nicht vielmehr die Pflicht der Weckung und Beförde-rung? Auf diesem Standpunkte stand aber König FriedrichWilhelm III., ohne ein Frömmler, Pietist und Mystiker zusein. Die Wörter: „Pietismus und Mystik" haben ursprüng-lich eine gute Bedeutung, sie sagen das Nämliche, wasFrömmigkeit sagt, und jede tiefe Versenkung des Gefühls,jede Gemeinschaft mit Gott und dem Erlöser, ist mystisch,das heißt geheimnißvoll und unaussprechlich. So warenFranke, Spencr, Arndt, und Andere, Pietisten und Mystiker;und wollte Gott, daß der Geist, der sie beseelte, allgemeinerwürde! er wäre das Salz, welches Manches vor Fäulniß