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Es ist immer bedenklich, in der öffentlichen Religionund ihrem Eultus Etwas zu ändern. Jede Veränderungsolcher Art greift in die Ueberzeugung der Menschen undihre Freiheit ein. Sie stört das Hergebrachte und ihre Ge-wohnheit und regt auf. Sie ist ein Pfeil, von dem, einmalabgeschossen, der Absender nicht weiß, welchen Weg er neh-men, wohin er fliegen, was und wen er treffen wird. Sieist ein Feuer, das, einmal angezündet, seine Flammen ver-breitet, und oft dahin geht, wohin man nicht dachte undwollte. Das kirchliche öffentliche Rcligionsspstcm ist einGebäude, das in seinen Thcilen consequcnt ineinander gefügtist, einer hält und trägt den anderen und alle bilden einzusammenhängendes Ganzes. Fängt man einmal an, zu rüt-teln und hier und da loszubrechen, so stürzt Eins dem An-deren nach, und der Schade ist größer, als man dachte.Von solchen Erfahrungen belehrt, sind darum Viele derMeinung: es sei am Besten, Alles fein beim Alten zu lassen; man wisse, was man an dem Alten habe, aber nicht,was man an dem Neuen wieder bekomme. Auch in einemalten Hause, wo man einmal gewohnt und eingelebt sei, lassesich gut wohne», und es sei darin besser und behaglicher, alsin einem neuen Vollends schlimm sei es, das Alte undBestehende einzureißen, wenn man nichts Ersetzendes habe,also obdachlos, und jedem, oft unangenehmen Wechsel aus-gesetzt sei. Nicht jede Veränderung sei eine Verbesserung.
Von diesem paläologischen Gesichtspunkte ausgehend,haben Viele den König Friedrich Wilhelm III. getadelt,daß Er die Sache der Union angefangen und sie an-,wie die Gcmüthcr vieler Millionen aufgeregt habe. Er seidarin zu weit gegangen; Er hätte besser gethan, wenn ErSolches unterlassen und die Menschen ruhig bei ihrem Glauben