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bende Stätte, und er muß davon, früher, als er denket undgedacht hat. Einem Jeden steht sein Tag bevor, und wenner da ist, sinkt er ohnmächtig dem Tode in die Arme. Selbstder Mächtige, der Herr über das Leben und den Tod seinerUnterthanen, der Bestimmer des Krieges und des Friedens,muß diesem Gesetze der Natur gehorchen. Von ihm ergriffen,hört seine Macht auf und die Krone entfällt seinem zusam-mengesunkenen Haupte, der Scepter seinen erstarrten Hän-den. Man nennet Regenten „Götter der Erde;" aber sie ster-ben wie andere Menschenkinder und Liebe und Theilnahmestehen da ohne Hülfe, wie an jedem anderen Sterbebette.
Kaiser Alexander, früh alt geworden, wollte bei einerfrugalen Lebensweise sich restauriren und abhärten, und machtebis zur Ermüdung sich Bewegung zu Fuße lind zu Pferde.Auf einer derselben erkältete er sich; er erkrankte an einemgalligten Fieber und starb den Isten Dezember 1825, erst48 Jahre alt, in den Armen seiner edlen GemahlinnElisabeth.
Ein ganzes Jahr hatten sie Beide in süßer Eintrachtin dem entlegenen Taganrog verlebt und waren, wie durchihre Persönlichkeit und ihr hohes Beispiel, so durch vieleWerke des Wohlthuns, den Einwohnern lieb und werth unddamit unvergeßlich geworden. Das Russische Volk verehrtund liebt seinen Kaiser mit patriarchalischer Begeisterung,und gicbt dieselbe, so oft es ihn sieht, treuherzig und an-hänglich zu erkennen. Es bebt nicht wie ein Sklave vorseinem despotischen Herrn stumm und ängstlich zurück, son-dern nahet sich ihm zutraulich und kindlich und nennt ihn, treu-herzig die Hand ihm reichend, „seinen Vater." Mit dieser Liebeverbindet es eine tiefe Ehrfurcht, die Unterwürfigkeit ist, und