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2,2 (1845)
Entstehung
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aus diesen in Einheit zusammen fließenden Bestandthcilenließe sich ein edler, freisinnniger Nationeilcharakter bilden,wenn kein anderes Hindcrniß entgegen wirkte und hemmte.Der gemeine Mann ist gutmüthig und fröhlich, der alte Sit-ten und Gebräuche, besonders kirchliche, als ein Heiligthumbewahrt und in Ehren hält. In den mittleren Volksklasscn,selbst in Petersburg und in den Hauptstädten, herrscht vielhäusliches Familicnglück und National-Charakter, den fla-cher Nivellismus noch nicht weggeschwemmt hat. Rührendist die Schilderung, welche man in alten und neuen Nach-richten von der patriarchalischen Gastfreundschaft der Bürgerfindet. Vorzüglich ziehet an die Treue und Zärtlichkeit in derEhe; die gehorsame Liebe der Söhne und Töchter; die An-hänglichkeit her weiblichen und männlichen Dienstboten. — Ei-genschaften und Tugenden, die, bei allen Fortschritten in derAufklärung, ihren großen Werth behalten und als wesentlicheBestandtheile menschlicher Wohlfahrt behalten werden. Dereigenthümliche National-Charakter der Russen hat in den ent-fernten Provinzen noch mehr und unvcrmischt seine prägnanteSignatur behalten und giebt sich gleich durch eine durch-dringende Färbung zu erkennen. Es liegt darin etwas Ori-ginelles, woran man gleich das Volk in seiner Eigcnthüm-lichkeit erkennet, und womit man sympathisirt, da Gutmü-tigkeit die Grundlage ist.

Es ist nicht zu leugnen, daß es dieß vorzüglich war,was den gemächlichen Kaiser, der mit seinem Volke und mitjedem Menschen es gut meinte, bestimmte, seine Residenz soweit weg zu verlegen und in dem stillen Taganrog sie auszu-schlagen. Es gefiel ihm hier wohl; ein ganzes Jahr ver-weilte er in süßem Frieden mit seiner Gemahlinn in dieserUmgebung; und wahrscheinlich würde er länger hier geblieben