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gcht, sondert sich ob; Alles 'tritt in sein wahres, naturge-mäßes Vcrhältniß, und man lernet verstehen, was ein glän-zendes Elend ist. Das beweiset vorzüglich die Ehe, ein wah-res Heiligthum, geschlossen für das ganze Leben. Sie machtin ihrer selbstständigen Würde sich geltend, auch wenn mansie lange verkannt hat und gegenseitig Beleidigungen vorge-fallen sind; *) ihr Einverständniß und seine Süßigkeit wirdum so höher geschätzt und um so voller genossen, je längerdie Verkennung gedauert; ihre Pflichten werden um so treuerund freudiger geübt, je öfter sie verletzt worden sind. Magdas Leben in seinen Wechseln geben und nehmen und amEnde ein gewisser Indiffercntismus eintreten, die Ehe behältwcchsellos ihre Heiligkeit und bindende Kraft.
Kaiser Alexander und seine Gemahlinn Elisabeth, vor-her in einem weiten Palast und seinen großen Räumen, vorherdurch Hofstaat und seine Etiquette voneinander entfernt, lebtenin dem stillen Taganrog, in einem kleinen Privathause, fröhlicherund heiterer. Freiwillig, ans eigener Wahl, hatten sie dievorige Pracht von sich gethan, und die Beschränktheit beengtesie nicht. Ruhe und Frieden umgab sie und sie fühlten undgenossen ihren erquickenden Anhauch. Ihre Tafel war nicht,wie sonst, prächtig und zahlreich von Dienerschaften umge-ben; aber gemüthlicher, froher, und also genußreicher. Ge-schäfte der Regierung nahmen den langen Morgen für den
') Referent hat in seiner langen Amtspraxis als Geistlicher die Er-fahrung gemacht, daß Eheleute, die sich aus Zuneigung ge-wählt hatten, im Verdruß über gegenseitige Beleidigungen ge-schieden, nachher in wahrer Sympathie wieder proclamirt undcopulirt wurden. Sich wechselweise unentbehrlich, lebten sienun um so einträchtiger und glücklicher.