voll von philanthropischen Wünschen. Er kannte sehr wohldie Hindernisse und Schwierigkeiten, mit denen er zu käm-pfen hatte; aber er scheint nicht den Muth gehabt zu haben,ihnen entgegen zu treten. Er ging ihnen aus dem Wege;er verließ seine Residenzstadt Petersburg und ging, seinerWehmuth in ihren tiefen Wünschen folgend, nach dem südli-chen Rußland, der Krimm, und dann nach dem stillen Ta-ganrog. Diese Stadt, bewohnt von ohngefähr 17Wl) See-len, liegt in einer angenehmen Gegend, die dem gemüthlichcnKaiser, der Unruhe und ihres Zwanges müde, anzog undfesselte. Hier faßte er festen Fuß, hier verweilte er, hier warer gern. Bon diesem kleinen Orte regierte er sein großesLand; in ihm , in seiner ruhigen Umgebung sammelte er sich,und hing seinen großen, die Menschheit umfassenden, be-glückenden Ideen nach. Er scheint in der Folge von der Re-gierung sich haben zurückziehen wollen, um in Taganrog ru-hig seine noch übrigen Tage zu verleben; wenigstens ver-weilte er hier, fern von der prächtigen und geräuschvollenHauptstadt, ein ganzes Jahr. Seine vortreffliche GemahlinnElisabeth, die unsere unvergeßliche Königinn Luise liebge-wonnen, und die sich gegenseitig zueinander hingezogen fühl-ten, war ebenfalls nach ihrer sanften weiblichen Gcmüths-stimmung gern in einer ruhigen Welt. Bon Jugend aufan das romantische Carlsruhe und an das stille Bruchsal ge-wöhnt, hatte sie im Umgange mit ihrer ehrwürdigen Mutterund ihren angenehmen Schwestern frohe Tage verlebt, und dieErinnerung an dieselben, fern von der Heimath, war ihr werthund theuer. Je weniger das-hochgestellte Leben zu St. Pe-tersburg mit seiner zwangvollen Etiquette ihr und ihremSinne zusagte, desto werthcr und lieber wurden ihr einsameStunden und die Plätze, wo sie dieselben finden konnte. Ihr
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