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rer Zeit. Die Geschichte ist nicht ein Agregat zusammen-gewürfelter Zufälle, wie die Willkühr und die Laune dieseroder jener mächtigen Partei es gerade will, sondern natur-gemäße, still fortschreitende Entwicklung des Geschehenen;Alles hängt hier zusammen nach dem ewigen Gesetz der Ur-sach und Wirkung. Aus der Vergangenheit geht, wie beiIndividuen, die Gegenwart, und aus der Gegenwart die Zu-kunft hervor. Alles hat seine Gründe und hat darin seineWurzeln, wie die Erndte in der vorhergegangenen Saat.Es waltet darüber eine leitende Vorsicht und ein allmächti-ger Arm leitet den Strom der Weltbegebcnheiten. Der ein-zelne Mensch ist ein Kind seiner Zeit; er tauchr auf, gehteine kurze Weile vorüber, und taucht wieder unter, verschwin-det und wird vergessen; aber das Geschlecht lebet fort unddas eine hinterläßt sein Erbe dem anderen. Perfectibilitätist die Grundlage — Alles dringt mit der eilenden Zeitvorwärts!
Niemand sah dieß klarer und tiefer ein, als KönigFriedrich Wilhelm III. Sowie gewaltsame Revolution, sowar ihm todte Stagnation zuwider. In Allem hielt Er dieMitte, und Erfahrung galt Ihm mehr als Theorie. Lang-sam und besonnen ging Er mit der Zeit; was sie als todtbegraben hat, wollte Er als lebend nicht hinstellen, — aber auchNichts, was noch Kraft hatte, in den National-Charaktereingewachsen war, gewaltsam verdrängt wissen. Erhaltenund naturgemäß fortschreiten und Alles mit Wohlwollen um-fassen, war die Seele Seines Privat- und öffentlichen Le-bens. Es gab für Ihn keine geheimen, absichtlich verstecktenSchäden, Nichts ging Er aus dem Wege, Alles sah Er offenund gerade an. Er konnte es; so wie Er selbst redlich und