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begebmheit war. Obgleich er bei aller Klarheit des Ver-standes, bei aller Kcnntniß der Sache, und bei aller Vorur-theilsfreiheit lebendig und tief erkannte, was geschehen mußte,wenn die allgemeine Wohlfahrt herbeigeführt werden sollte,so war er doch aber mehr dafür gemacht, heilbringende Ideenbeifallswürdig unfl zeitgemäß vorzustellen, als solche auszu-führen. Alles ging ihm zu langsam; das Schwerfällige warihm zuwider und Hindernisse brachten ihn auf. Dcßhalbhat er als Obcrpräsident von Westphalen, wo er frei undunabhängig waltete, sich glücklicher gefühlt, als nachher inBerlin; und zum Russischen Minister würde er sich schwer-lich gepaßt haben, — auch hat man nicht erfahren, daß ernachher auf dieses Land Einfluß behalten.
Aber auf den Kaiser Alexander hatte die Zeit, und was in ihrgeschehen, einen gewaltigen Eindruck gemacht, und voll vondemselben war er ihr vorangeeilt. Er hatte den Weltgeist ver-nommen, er kannte seine Forderungen; aber sein edles, phan-tasicreiches Gemüth übersah es, daß er mit Weisheit ange-wandt sein will auf den Zeitgeist. So wie der alte Chur-sürst von Hessen das Interregnum des Königs von West-phalen ignorircn wollte und die inzwischen vorgeschritteneZeit auf der Uhr derselben, wie als wenn sie nicht da ge-wesen wäre, zurückzustellen suchte, was in sich unmöglich ist,
Gluth desselben wurde mit jedem Morgen neu, — bis das großeWerk vollendet war. Stein war ganz Deutsch und die Ehre,Selbstständigkeit und Freiheit Deutschland's war ihm Sachedes Herzens und Aufgabe des Lebens. Keiner hat mehr dafürgedacht, gethan, gelitten, als er; er ist und bleibt einer dermerkwürdigsten Männer dieser großen Zeit. — Gesegnet seisein Andenken!