Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
256
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barkcit und Liebe eingeflößt hatte. Noch einmal sah ich, dieThür in der Hand habend, ihn mit diesem Blicke daraufan, und entfernte mich.

Kaum war ich durch die Vorzimmer, wo ich die vor-her genannten Herren wieder antraf, gekommen, als ich denAdjutanten, Obristen von Witzlcbcn, auf mich wartend fand.Dieser sagte mir, daß der König mich sprechen wolle; ichmöchte mit ihm gleich hingehen. Der König war alleinauf Seinem gewöhnlichen traulichen Stübchen.Höre,"sagte Er in Seiner kunstlosen Manier,sind beim Kaisergewesen; wie hat sich das so gemacht?" Ich sagte den ge-schichtlichen Hergang.Ach so!" antwortete Er,war gesternsehr zufrieden und erbaut. Sind lange bci'm Kaiser gewe-sen; darf man wissen, wovon die Rede war?" Umständlichund buchstäblich referirte ich genau den ganzen Inhalt dessoeben gehabten Gesprächs, welches der König mehreremalmit dem Ausruf unterbrach:Interessant, sehr interessant!Mir lieb, ungemein lieb!"

Durch das Gewicht, welches der König den Äußerun-gen des Kaisers beilegte, wurden mir dieselben noch wichti-ger, und ich that die Frage:ob ich sie ihres lehrreichenGehaltes wegen dem Publikum bekannt machen dürfe?" DerKönig bedachte sich und strich mehrmals die Stirn, wie Erzu lhun Pflegte; dann sagte Er:Ist allerdings kein Ge-heimniß, und das Ganze der Art, daß Alle es erfahrenkönnten. Was der Kaiser über Gottesfurcht und ihren Se-gen, über Bibel und deren Verbreitung, über den heiligenBund und dessen Ursprung und Tendenz gesagt hat, sollteman auf allen Dächern predigen. Aber lassen Sie das Ge-spräch mit ihm doch nicht drucken; es möchte ihm nicht rechtsein. Offenbar hat er in gutem Vertrauen offen und un-