Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
246
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Hand empor) Einem Vater. Aber so schön und groß esist," suhr er gehend fort,wahrhaft religiös sein, ohne bloßes zu scheinen und das äußere Wesen davon anzunehmen,so daß es so ausstehet, als hätte man Religion, so seltenfindet man das! Jeder Mensch, ohne Ausnahme, ist einEgoist, und sucht, so lange das Ehristenthum ihn nicht um-geschaffen und eine Regeneration bewirkt hat, nur sich selbstund seine eigenen versteckten Absichten. Das Schlimmsteist, daß er sich selbst und Anderen das verhehlt, und sicheinredet, er diene dem gemeinschaftlichen Besten, wenn Eitel-keit, oder Ehrgeiz, oder Gcldliebc, doch die im tiefsten Hin-tergründe verborgenen Triebfedern seiner Handlungen sind.Diesen Egoismus bringt auch keine Philosophie heraus; sievermehrt ihn vielmehr, indem sie die Menschen stolz macht,und in gleichem Grade das Herz leer und ungebessert läßt,in welchem sie den Verstand mit Intelligenzen und Sophis-men bereichert. Der Mensch ist, wenn er sich der schmerz-hasten Operation, sein Inneres zu reinigen, unterwerfen soll,ein bodenloser Sophist. In sich selbst lernt man am Sicher-sten Andere kennen. Erst seit der Zeit, wo mir," (indiesem Augenblick trat ein Kaiserlicher Diener ein, der inRussischer Sprache redete, und in derselben eine etwas starkbetonte Antwort erhielt.) Der Kaiser faßte mich wohlwol-lend bei der Hand, und setzte hinzu:Bleiben Sic noch.Ja, was wollte ich sagen; ganz recht: erst seit der Zeit,wo mir das Christenthum über Alles wichtig und derGlaube an den Erlöser in seiner Kraft fühlbar geworden,ist wie danke ich's Gott! Friede in meine Seele ge-kommen."

Diese Worte sprach der Kaiser mit einer innigen, leben