böse Egoismus, der es immer wieder vergißt, daß er ollesGute vou Gott hat! Bei jeder Gelegenheit, privatim undöffentlich, habe ich meine Uebcrzcugung laut ausgesprochen,daß die ganze große Weltbcgebenhcit ein Werk der Barm-herzigkeit und Hülfe Gottes sei. Diese Ucbcrzeugung hatsich auch meinem Volke, im Ganzen genommen, mitgetheilt.Mir ist es über Alles wichtig, jede Veranlassung, wodurchsie gestärkt und befestigt werden kann, zu benutzen. Beieiner feierlichen Gelegenheit ist sie von Ihnen wieder ausge-sprochen, und das freut mich. Darum bitte ich um eineAbschrist Ihrer Rede (die ich überreichte); ich will sie in'sRussische übersetzen und dann verthcilen lassen. Nur alleinin der Ucbcrzeugung: ohne Gott ist der Mensch Nichts; nurmit ihm und durch ihn ist er Alles, liegt das Wohl desEinzelnen und des Ganzen."
Der Kaiser ging wieder wie vorher auf und ab, undda er schwieg, glaubte ich, die Audienz sei zu Ende, und erwolle mich entlassen. Diese Erwartung mochte er mir an-sehen, und er sagte freundlich: ich möchte noch etwas blei-ben. „Noch habe ich," nach der Uhr hinsehend, „Zeit." Ichbemerkte also: „die eben von Ihrer Majestät ausgesprocheneUcbcrzeugung habe auch unser König, und es sei herzcrhe-bend, sie bei denen zu finden, welchen die göttliche Aorse-hung das Wohl von Millionen anvertraut habe." DerKaiser siel lebhaft ein: „O! der König von Preußen ist einvortrefflicher Herr, von Herzen gottcssürchtig, und wahr undredlich in seinem ganzen Thun und Lassen. Er und ichsind gute Freunde und Brüder zusammen, die sich einanderlieb haben. Ich hoffe, Preußen und Rußland werden innigverbunden sein und bleiben, unter (hier hob er die rechte