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Seiner Majestät des Kaisers van Rußland, „die gestern beider Einweihung des National-Denkmals gehaltene Rede inAbschrift, aber in lateinischen Buchstaben, zu übergeben;Allerhöchstdieselben wollten sie ins Russische übersetzen lassenund jedem Soldaten ein Exemplar geben." Erfreut undüberrascht durch das Wohlwollen, welches einer kleinen un-bedeutenden Rede erwiesen wurde, sprach ich den Wunschaus: „dem Kaiser von Rußland, einem so merkwürdigenManne auf dem Schauplatze der Welt, sie persönlich über-reichen zu dürfen: ich könne nicht leugnen, wie es mir an-genehm und lehrreich sein würde, die hohe Bekanntschast zumachen." Czcrnitscheff antwortete: „wie er nicht zweifle, daßdem Kaiser, seinem Herrn, dieß auch sehr lieb sein würde,er aber zuvor dcßhalb Anfrage halten müsse." Es wurdegleich darauf eine bejahende Antwort gebracht. Zur bestimm-ten Abendstunde ging ich mit der sauber abgeschriebenen Redezum Schlosse, dessen prächtigster Theil, die sogenanntenNeuen Kammern, der hohe Gast bewohnte. Die Zimmerwaren angefüllt mit Gardisten und ihren Offizieren in Galla-Uniform, und in einem der Borzimmer war der Preußischehohe Offizier, der beim Kaiser die Aufwartung hatte. DerFürst Wolkonskp empfing mich und führte mich zum GrafenEzcrnitscheff, dieser zum Fürsten Menzikoff, der mir nun dieThür zum Zimmer des Kaisers öffnete. Dieser war ganz allein,in einem gewöhnlichen grauen Obcrrock saß er an einem
damals voll Fcuee und Leben, seine Augen sprühetcn, undschlank, war Alles an ihm in Bewegung. Ein interessanter,geistreicher Mann, von genialischer, orientalischer Färbung.Oft nachher sah und sprach ich ihn; er ist, wenn ich nichtirre, jetzt Kaiserlich Russischer Kriegsminister.
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