des Mittelalters versetzt. Seit das Neue Palais mit seinenarchitcctvnischcn Schönheiten und Umgebungen steht, ist da-selbst vielleicht nie ein Fest gefeiert worden, welches prächtiger,reicher und schöner war, als dieses, zu Ehren der ältestenTochter des Hauses, der Kaiserinn von Rußland. AlsSchatten desselben sind in einem der oberen großen Sälezur Erinnerung die Schilde, welche die Ritter getragen, mitden Inschriften, ringsherum aufgestellt, — und der Fremdesieht sie an und horcht auf die Erzählung des Führers, wieprächtig Alles gewesen sei. Diese Pracht ist nun verschwun-den, wie alle irdische Herrlichkeit, wie glänzend sie auch inder Gegenwart war, vergeht. Man geht sinnend und nach-denkend durch die nun wieder stillen und einsamen Räume,und denket der Zeiten, wo sie belebt und festlich besucht waren.Es gehen beim Anblick dieser Fürstlichen Gebäude die Zeitendes großen Mannes und Herrschers, der sie errichtete, unddie Jahre des edlen, wohlwollenden Königs, der, nachdemEr wieder glücklich geworden, hier frohe Feste feierte, demhistorischen Blicke vorüber. Diese Zeit ist vorüber, und ge-drängt von ihren Begebenheiten eine andere geworden. Aberwenngleich ihre äußeren Gestalten und Formen von Grä-bern" gedeckt und von dem vorüber und dahin rollendenStrome fliehender Erscheinungen verschlungen sind, so lebtdoch in lehrreichen Erinnerungen und in Thatsachcn, welchedie Geschichte verewigt hat, der Geist, welcher darin wal-tet, fort und fort, und der späteste Enkel und Nachkommewird noch dessen gedenken und davon erzählen. Der Buch-stabe tödtet, aber der Geist macht und erhält lebendig. DerGeist Friedrichs des Großen und der Geist des KönigsFriedrich Wilhelm III. lebt, wenngleich verschiedenartig, je-ner durch persönliche Ucbcrwiegenheit, dieser durch menschen-
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