Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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an diesem Tagc belebt; man sah Einheimische und Fremdein ganzen Massen, um dem seltenen ritterlichen Feste beizu-wohnen. Vor dem Schlosse auf den breiten Treppen fanden unter Zelten die Eingeladenen einen bequemen Platz undin der Mitte saß mit dem Hofe die Kaiserinn auf einer Er-höhung, die jedoch nicht auffiel, aber prächtig ausgeschmücktwar. Der König ging wohlgemuth hinter den Sitzen Sei-ner zahlreichen Gäste auf und ab, und sprach hie und damit ihnen. Er hatte an dem prächtigen Feste Seine Freude;vorzüglich aber darum war Ihm wohl um's Herz, weil ErSeine Kinder heiter sah und Er Seiner Tochter, der hohenKaiserin» von Rußland, eine Ehre und Freude bereitenkonnte. Denn sie, die prächtig gekleidet war, und eineweiße Rose trug, war der glänzende Mittelpunkt, dieSonne des Festes, um welche sich Alles bewegte, und umwelcher willen Alles bereitet war. Es war das ganze Festsinnreich und planmäßig angeordnet, und alle seine einzel-nen Theile, die wohl überlegt aufeinander ohne alle Stö-rung in heiteren Scenen folgten, bildeten ein schönesGanzes. Getheilte, gut eingeübte Musikchöre spielten einzeln,antworteten sich, spielten dann wieder zusammen, und einheiteres Allegro theilte sich der großen, zahlreichen Versamm-lung mit. Unter Mclodicen, bei denen das Schmetternder Trompeten und das Wirbeln der Pauken den Haupt-tock bildeten, kamen langsam aus den Communs über dengroßen Platz auf muthigen, prächtigen, geschmückten Pferdendie schönsten Jünglinge, an denen die Garderegimenter so reichsind, und unter welchen sich die Königlichen Prinzen befan-den, auf den weiten Raum, der vor dem Neuen Palais ist,durch das geöffnete, eiserne hohe Gitterthor heran geritten.Jeder war ritterlich gekleidet, Jeder anders, Jeder in seiner