Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
205
Einzelbild herunterladen
 

205

Nicht nur, gleich allen Königlichen Prinzen, ließ Er denKronprinzen an allen Verhandlungen des Staatsraths thä-tigcn Anthcil nehmen. Er führte ihn auch ein durch dieMinister in die mannigfachen Geschäfte der Regierung, undwährend der Anwesenheit des Friedcnscongresses zu Wienübertrug Er dieselbe durch eine öffentliche BekanntmachungSeinem Nachfolger. Damit legte Er Seine Achtung fürihn so an den Tag, daß dieses glückliche Einvcrständniß mitallgemeiner Freude Alles im Lande erfüllte. Zutraulicher undherzlicher ist nie ein König mit allen seinen Kindernund nie ein Regent mit dem Thronerben offener undunbefangener, verständiger und liebevoller, umgegangen,als Friedrich Wilhelm III.; daß Er das konnte, trösteteIhn noch im Tode; in Seinem letzten Willen gedenkt Er,als einer besonderen göttlichen, Ihn erheiternden und glücklichmachenden Lebenswohlthat, der herzlichen Liebe und Anhäng-lichkeit, des Wohlgelingcns Seiner geliebten Kinder. Er istfest überzeugt, daß Aller Streben dahin gerichtet sein wird,sich durch einen nützlichen, thätigcn, sittlichreinen und got-tessürchtigen Wandel auszuzeichnen.Dieß," setzt Er hinzu,bringt allein Segen, und dieser Gedanke wird in meinerletzten Stunde mir noch Trost gewähren." Den Kronprin-zen nennt ErSeinen lieben Fritz"; Er freuet sich, daß der-selbe auf die Bürde und Schwere der Regierungsgcschäftemehr als mancher andere Thronfolger vorbereitet ist. DieGrundsätze und Gesinnungen des hohen. Sohnes sind dem

die Frau viele Jahre stockblind, und diese starb in der Blüthedes Lebens. Der einfache König hatte ihn sehr gern undsprach ihn, auch späterhin, oft, nicht bloß in Geschäften; derKronprinz aber liebte ihn von Herzen und segnet sein An-denken.