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Friedrich der Große und Friedrich Wilhelm II. hattenihre Nachfolger von ihrer Person und der Regierung ferngehalten; Friedrich Wilhelm III. dachte und handelte an-ders; nicht nur lebte Er häuslich, so daß Er Seine Kinder,denen Er die besten Lehrer gab, immer um sich hatte, son-dern Seinen erstgeborenen Sohn, den Kronprinzen, SeinenNachfolger Friedrich Wilhelm IV., ließ Er auf seine großeBestimmung sorgfältig durch alle weisen Stufenfolgen vorberei-ten. Den Grund dazu legte Er vorzüglich durch Ancillon,*)der bis an sein Ende hochgeachtet und gern gesehen dastand.
') Ancillon, erst Prediger, dann Legationsrath, und zuletzt Mi-nister der auswärtigen Angelegenheiten, war ein geistreicher',vielseitig gebildeter Man», ganz dazu gemacht, den künftigenRegenten mit großen Ideen zu erfüllen. Er war ein Heller,klarer, denkender Kopf, wie seine vielen, zum Thcil vortreffli-chen Schriften bezeugen, Seine Gedanken wußte er logisch inSyllogismen vorzutragen und er war beredt, vielleicht zu ora-torisch in Gcschäftssachcn. Gewiß ist aber, daß er eben darinals diplomatischer Minister, zumal da er die FranzösischeSprache fertig und schön sprach, viel Gutes gestiftet hat'. Erhatte viel Ehrgeiz, der, verbunden mit einen! vornehmen We-sen, ihm bei Allen, die das Schlichte, Kurze und Einfache lie-ben, Abneigung zuzog. Im Grunde des Herzens war eraber ein gutmüthiger, liebevoller Mann. Als einst nach derTafel zu Charlottenhof auf der Terrasse ein Königlicher Hof-gärtner, den ich getauft, unterrichtet, consirmirt und getrauthatte, mir freudig begegnete, die Hand mir gab und seineLiebe und Anhänglichkeit bezeigte, freute sich dessen Ancillonnachher und mit Thränen im Auge sagte er: ,,Ach! wäre ichdoch Prediger geblieben! Kein Stand in der Welt giebt undempfängt mehr Liebe, als der geistliche. Liebe ist vor Allemdas Beste und Höchste, und sie geht unter in der glattenDiplomatik." Daß er ein guter, gemächlicher Mann war, be-weiset seine erste und zweite sehr glückliche Ehe. In jener war