Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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chm und hypochondrischen Mannes, des sonst rechtschaffenenund christlich gesinnten Bcnisch, auf Seine Brüder, die eben-so gehalten wurden, aber von Natur heiterer und lebens-froher waren, eingeschränkt. Knapp und keineswcges prinz-lich eingerichtet, trug Er auf Seine eigenen Kinder Anfangsdicß über, und die Königlichen Prinzen wohnten so enge,daß Einer von ihnen dcßhalb auf eine schöne ihm angebo-tene Mineralien-Sammlung, die er gerne gehabt hätte, weilkein Raum in seiner Wohnung war, sie aufzustellen, Verzichtleisten mußte. Sollte der Etat überschritten werden, undwar eine außerordentliche Ausgabe vorgekommen, dannpflegte Er, der so wenig für Seine Person bedurfte undbrauchte, wohl zu sagen:Ihr wollet immer hoch hinaus;bedenkt aber nicht, wie es mir in Eurem Alter erging; dennso erhielt ich zuweilen zu meinem Geburtstage ein Reseda-töpfchcn, sechs Dreier an Werth; und wollte mein Hofmei-ster mir Mal etwas zu Gute thun, dann führte er michnach dem Schulgarten, und ließ mir da für einen, undwenn es hoch kam, zwei Groschen Kirschen geben."*) InderFolge aber, als Seine Herren Söhne heranwuchsen, ändertesich dieß und der hohe Vater war wahrhaft Königlich undfreigebig in der häuslichen Einrichtung Seiner Kinder. Dochsagte Er zu Einem derselben:So prächtig habe ich'snicht gehabt, als ich Deine Mutter heirathete, und wünschenur, daß Du ebenso glücklich und zufrieden leben mögest!"

*) S. die interessante Schrift:Beiträge zu einer künftigenBiographic Friedrich Wilhelm III., aus eigener Erfahrungund mündlich verbürgten Mitthcilungen vom General-Lieute-nant von Minutoli. Berlin bei Mittler 1843, und den Nach-trag 1844."