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2,2 (1845)
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feste, zu dem sie eingeladen war, und wo sie das Kind überder Taufe hielt, ließ Er mich zuvor rufen, und wünschte,daß die heilige Handlung möglichst kurz sein möchte, weildie Schwester aus Holland, schon damals sehr gebeugt vom Al-ter, das lange Stehen nicht gut aushalten könne; und Ersprach von ihr lange und mit rührender Liebe. Von denhohen Frauen, die auf Thronen gesessen, ist und bleibt sieeine der würdigsten und ihr Andenken lebt noch bei denen,die sie persönlich kannten, und in der Geschichte in Ehrenfort, sowie Hessen-Cassel seine gute Churfürstinn Augustenicht vergessen wird. Wie man achtungswcrthe, liebevolleund gern gesehene Verwandte zu sich wünscht, so sah der Kö-nig die Seinigen besonders im Sommer fast alle Jahre bei sich.Diese behandelte Er mit Offenheit und Treuherzigkeit; die übri-gen Fremden, besonders Diplomaten, mit aufmerksamer, zuvor-kommender Güte. Mit Vergnügen sah man den stattlichenhohen Herrn wohlgemut!) und heiter in angeborener Würdevon Einen« zuin Anderen gehen. Auf Geschäfte ließ Er sichdann nicht ein; das Ganze trug das Gepräge einer -harm-losen und frohen Conversation, und bei der VielseitigkeitSeiner Erfahrung und Mcnschenkenntniß wußte Er, vonrichtigen« Tacte geleitet, Jedem mit kurzen inhaltreichen Wor-ten etwas Verbindliches zu sagen. Dieß waren bei Ihmaber keine leeren Redensarten, Alles, was Er that undsagte, kam bei Ihn« aus den« Innersten, und auf dasKleinste legte man Werth, da man wußte und fühlte, daßAllem Wahrhaftigkeit zum Grunde lag. Unter mannig-fachen Abwechselungen benutzte Er zu solchen Zusammenkünf-ten in« Sommer das Neue Palais bei Potsdam, wo manin dessen weiten und kühlen Räumen, wie voll es auch seil«««lochte, sich frei bewegte. Das Ganze war «vahrhaft-