Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
196
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glichen sich einander nicht bloß der Physiognomie, der Ge-stalt und den äußeren Manieren nach, sondern auch in Ih-rer Denkungsart und Stimmung, und was Er als Mannwar, war sie als Frau. Er fest, entschieden, sie weich undliebevoll, Beide von Natur gutmüthig, Beide auf den Tonder Schwermut!) gestimmt. Eine vortreffliche Frau, derenganzes Wesen nichts als Liebe und Sanftmut!) war. Inihrer äußeren Gestalt hatte sie etwas Hohes, Vornehmes undWürdiges, was mit Achtung erfüllte; man fühlte sich aberum so mehr zu ihr hingezogen, da sie damit eine zum Her-zen sprechende Gutmüthigkeit verband. Der Blick ihrerAugen, der Ton ihrer Stimme, die ganze Art, wie sie er-schien und sich näherte, hatte schon an sich etwas Gewin-nendes. Sic war einfach und natürlich und in ihrer Klei-dung lag auch dieser Ausdruck. Pracht und Herrlichkeitsuchte und liebte sie nicht und den Schmuck von Kostbarkei-ten nannte sie Tand. Deßhalb brauchte sie für ihre Personsehr wenig und es machte ihr wahre Freude, mit vollenHänden öffentlich, noch mehr im Stillen, Gutes zu thun;von den Einkünften, die sie hatte, gab sie die Hälfte weg.Die Holländer ehrten und liebten sie, und Alle, welche Au-genzeugen ihres stillen Privatlebens waren, reden von ihrmit Ehrfurcht. Nichts war ihr lieber und angenehmer, alsvon ihrem hohen Bruder zu hören, und wenn man vondem Charakter des Königs edle Züge und von Seiner Re-gierung rühmliche Thatcn mittheilte, war sie ungemein leb-haft und teilnehmend.Nichts höre ich so gern, als Die-ses", pflegte sie dann zu sagen, hinzusetzend:Ol fahrenSic doch fort!" Der König liebte und schätzte diese wür-dige Schwester und that bei ihrer Anwesenheit Alles, wasihr wcrth und lieb sein konnte. Bei einem Familien-Taus-