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Dieselbe Liebe bewies Er allen Seinen übrigen Geschwi-stern und Er ist auch in dieser Rücksicht ein Muster. Dicßwill mehr sagen, als in Privat-Verhältnissen, und ist, wiedie Erfahrung lehrt, wenigstens nicht das Gewöhnliche.Keine Veränderung ist größer und auffallender, als die,welche mit dem Kronprinzen sich zuträgt, wenn er der re-gierende Herr wird. Bis dahin hat er wenig, nun Alleszu sagen. Bis dahin war er gehorsam, — nun befiehlt er.Bis dahin mußte er allen Anordnungen sich unterwerfen,auch dann, wenn diese nicht nach seinem Sinne waren, — nunschafft er neue, wann und wie er will, nach seinem Wohl-gefallen. Die Kinder des regierenden Hauses stehen mit-einander auf einer Linie, und nicht immer ist der Erbprinzvom regierenden Vater am Meisten geliebt. Oft, sehr oft,herrscht unter den fürstlichen Geschwistern geheimer Neid undZwietracht, und wenn unter den versteckten Reibungen der-selben auch oft der Gedanke durch die Seele des Kronprin-zen blitzt: wie das Alles sich ändern werde, sobald er zurRegierung gelange! so darf er doch diesen Gedanken nichtlaut werden lassen. Hat er aber diese hohe Stufe erstiegen:dann ist er der Herr seiner Brüder und Schwestern ge-worden, — das Verhältniß hat sich geändert. Nur diewahre, reine und echte Liebe vermag es, das hier waltendeUnnatürliche zu mildern und dem Nothwcndigcn das Wesenund die innere Färbung der Natur zu geben. Dieß wurdeFriedrich Wilhelm III. bei Seiner Gesinnung nicht schwer;wie Er ein guter Sohn Seines hochherzigen, menschenfreund-lichen Vaters, Friedrich Wilhelm II., gewesen war, an dessenSterbebette Er von Herzen weinte, so war und blieb Erauch ein guter, liebevoller Bruder. Als Seine GeschwisterIhn zum Erstcnmale Majestät nannten und schüchtern und
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