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reu, als sie zu Männern heranwuchsen, durch gleicheSchicksale, durch thätigcn, muthigen Anthcil an dem Fran-zösischen und unglücklichen Polnischen Kriege, vorzüglich aberdurch die Liebe, welche sie gleichzeitig zu den gleich liebenswürdi-gen Prinzessinnen von Mecklenburg-Strclitz gefaßt hatten,und durch ihre Vermählung mit denselben. Die beidenBrüder und die beiden Schwestern, damals jung, gesundund froh, noch unbekannt mit Leiden und Widerwärtigkei-ten, sahen sich täglich, und führten im Frühling ihrer Liebeein wahrhaft glückliches Leben. Es war eine Lust undFreude, diese Vier, so eng miteinander verbunden, zusam-men zu sehen. Aber dieß seltene Glück dauerte nicht lange:es endete, als es durch häusliche Freuden den höchstenGipfel erreicht hatte. Prinz Ludwig, geschmückt mit fürst-lichen Tugenden, erkrankte und starb an Entzündung in derBlüthe seines Lebens im 27stcn Jahre. Friedrich Wilhelm III.stand am Bette Seines geliebten sterbenden Bruders. Un-aussprechlich beugte Ihn dieser Todesfall; lange und ernsttrauerte Er und die schmerzvolle Erfahrung von dem Un-bestandc menschlicher Dinge, die Er schon damals auf eineso bittere, einschneidende Art machte, gab Ihm die ernstefromme Richtung, die ein Grundzug Seines Charakters wurdet)
Der Prinz Ludwig hatte durch seinen Hcldenmuth, durch seinewissenschaftliche Bildung, durch seine Herzensgute, durch seineangenehmen Sitten, sich die allgemeine Liebe erworben. Manfreuete sich, wenn man ihn sah. Sein früher Tod erregte da-her eine ungetheilte, schmerzvolle Theilnahme. Der Bischofvr. Sack hielt den töten Januar 17V7 in Gegenwart des Kö-niglichen Hauses die musterhafte Gedächtnißpredigt über Evan-gelium Ioh. Cap. 13, V. 7. „Was ich thue, weißt Du jetzt nicht;Du wirst es aber hernach erfahren." S. d. „Amtsredcn", S. t lö.