Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
154
Einzelbild herunterladen
 

134

Gedächtniß knüpft. Anfangs war ich empfindlich, wenndiese Corde berührt wurde; zur Empsindelei aber habe ichkeine Anlagen, auch keine Zeit. Aber die Empfindung ihresWerthcs hindert mich in keiner Sache, ist mir vielmehr för-derlich und giebt mir einen Maßstab, der groß und zugleichvoll Ruhe ist. Hätte es darum gerne gesehen, wenn Sie dieseschickliche Veranlassung in diesem Sinne benutzt hätten." *)

Die genaue Verbindung, welche hier bei dem Königezwischen dem Irdischen und Himmlischen sichtbar wird, istum so lehrreicher und interessanter, je seltener sie ist. Beifrohen Veranlassungen und im Glücke wird der Tobten inder Regel nicht gedacht; man schließt den Gedanken an sie,als nicht dahin gehörig, gewöhnlich aus, und bei den Meistenwerden sie, wenn es wieder gut geht, ganz vergessen. DerKönig ehrt und liebt das Andenken an Seine verewigte Ge-

') T. G. von Hippel sagt darum mit Recht in seinen „Beiträ-gen zur Charakteristik Friedrich Wilhelm Iii. Bromberg 184t,Seite l>7": „Die Stiftung des eiserne» Kreuzes am Geburts-tage der verklärten Königinn, den llZten März, aus dem Geisteund dem Herzen des Königs allein, ohne irgend eine vorgehende Be-rathung, ausgegangen, bedeutete, welche Erhebung des GefühlsEr (der irrigerweise als aller Poesie abhold bezeichnet wird)fähig war. Die in dieser Stiftung liegende Fülle von bedcu-tungsreichcn Gedanken ist vielleicht bisher nicht genug gewür-digt, und die sinnige Verbindung der Erinnerung an die ei-serne Zeit der Gegenwart, an das ganz gleiche Ordcnszeichc»der im Kampfe gegen Unchristen und Undeutsche unermüdlichendeutsche» Ritter, und an den Geburtstag der. unser Beginnenaus Sternenhöhen hinab segnenden Königinn, ist über der freu-digen Begierde nach diesem höchsten aller Ehrenzeichen des ritter-lichen Geistes nicht genug in ihrer ganzen Tiefe erkannt worden."