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Kraft, Wahrheit, Einfalt und Stärke. Es ist, als sähe undhörte man die Schlafende und müßte leise reden, um nichtzu wecken. Der liebliche und ansprechende Ausdruck derRuhe, der Erquickung und des Friedens, ist über das Ganze,vom hinneigenden Haupte, vom sichtbaren Athcmzuge, derLage der Hände an, bis zu den Füßen, verbreitet und jederTheil verstärket diesen Eindruck. Man fühlt eben das Be-hagliche und Wohlthuende; aber auch das Himmlische, wasman fühlt beim Anblick eines schönen schlafenden unschuldigenKindes, — man stehet eine schlafende Mutter, die Kinder ge-boren hat. O möchte Sie die Augen aufthun und wiedererwachen! Ich weiß nicht, ob das Bild in Charlottenburgoder dieses hier schöner ist. Bei jenem steht man mitSchmerz, bei diesem, wo Alles ein gesundes Leben ist, mitVergnügen." Er schwieg jetzt; betrachtete wieder; und gingendlich, mit den Worten: „Diesen Eindruck werde ich für'sLeben behalten!"
Der König, der dieß Urtheil eines Kunstkenners undeines edlen, gefühlvollen Mannes erfuhr, war erfreut überdie allgemeine sympathetische Theilnahme. Sein Schmerzverlor immer mehr die herbe Säure, die er anfangs hatte,ließ aber in Ihm einen wehmüthigen Anklang zurück, dersich nie ganz wieder verlor. Wenn das Unglück, welches Ermit traurigen Erfahrungen als König erlebt hatte, Ihn nach-denkend machte und alle Vorurtheile und Täuschungen zer-störte, so machte die Liebe Seiner amnuthigen Gcmahlinnund Ihr früher Tod Ihn wchmüthig, und Beides erzeugtein Ihm die Klarheit und Wärme, die in ihrer wechselseiti-gen Harmonie Ihn mit einer Kraft und sittlichen Würdeerfüllte, die man Ihm gleich ansah und anhörte. Durch