Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
72
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wäre nicht über ihn gekommen". Diese Aeußerung aus demMunde des sonst übcrmüthigen Feindes Hot der gerechte Kö-nig nie vergessen, und sie jedesmal wiederholt, wenn davondie Rede war. —

Die religiöse militairische Feier machte, als das Hahn-geschrei in der Dämmerung, die einen bessern Tag ankündigte,einen tiefen Eindruck, der dadurch verstärkt wurde, daß dieStadt daran warmen Antheil nahm. Der König sagte:„Wir haben keine Ursache, Feste zu feiern und DaumIktuclumns zu singen; aber doch wollen wir vor» vertrauen,es werde besser werden; denn Recht bleibt doch Recht, wenn-gleich unterdrückt, kommt es doch wieder empor."

In dieser Zeit fragte mich die wieder heitere Königinnunerwartet in Gegenwart des Grafen von Brühl: „Was undwie denken Sic über die Erziehung des Kronprinzen?" Ichwagte es nicht, diese wichtige Frage so zu beantworten, daßman damit zufrieden sein könnte; ich hatte darüber aberoft bei meinen Gängen im ernsten 8nns souei nachgedacht.Nach erhaltener Erlaubniß fuhr ich fort: „Ein Hauptfehlerschiene mir darin zu liegen, daß man den künftigen Königbei der Erziehung des Kronprinzen mehr im Auge gehabt,als den Menschen. Und doch müsse auf diesen jener ge-pfropft werden, wenn etwas Rechtes und Ganzes darauswerden solle. Niemand läugnc, daß der König, wie der Ersteim ganzen Lande, so auch der Beste sein müsse. Der Bestekönne er aber nur dann sein, wenn er zugleich der Edelste undTugendhasteste sei. König sei er durch seine Geburt; aber gutwerde er nur vorzüglich durch Mühe und Kampf. Tugendund Tapferkeit wären gleichbedeutende Begriffe. Zur Selbst-