Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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tung, in ihrer frommen Liebe, in ihrer stillen Größe, vonIhr verstanden und gewürdigt wurde, war Sie ganz An-dacht und Hingabc an den Erlöser. Sie feierte eine Stunde,für die Ewigkeit verlebt, der Sie mehr angehörte, als der Erde,die Sie in ihren Schrecken und Trübsalen kennen gelernthatte. Uebcr dieselbe fühlte Sic sich erhaben; Vorgefühle derbesseren Welt durchdrangen Ihre Brust und in derselben beb-ten die angeregten Saiten noch lange fort. „Wer Sic in die-sen heiligen Augenblicken gesehen", sagte der ehrwürdige Rib-beck, „vergißt Sie nimmer; der Schimmer der Verklarung um-floß Sie, alle Ihre edlen Züge wurden himmlisch, Sie trugein Unterpfand ewiger Seligkeit in sich."

Inzwischen war Sie nach Potsdam gekommen, wo derKönig mit der rcformirtcn Gemeinde, nach dem damaligen,noch bestehenden trennenden Unterschiede der Confcssion, inder Hof- und Garnisonkirche das heil. Abendmahl am Char-freitage, nachdem Er am grünen Donnerstage der Vorberei-tung beigewohnt, genossen hatte.

Der Frühling war besonders schön in dem Jahre 181 <);sein belebender Anhauch wirkte wohlthätig auch auf den Kör-per und die Seele der Königinn. Sic sah das Ihr beson-ders werthc !8n>^ «mim wieder; wiewohl gerade in seinenRäumen die Contraste zwischen vormals und jetzt Sie berühr-ten, so ward Sie doch froher und die vorigen trüben Ah-nungen wurden verdrängt von einer süßen Wehmuth, derSie sich gern hingab. In stiller und fruchtbarer Zurückge-zogcnheit verlebte Sie in dem ehrwürdigen Haine Friedrichsdes Großen, in dem zutraulichen Paretz, in dem anmuthi-gen Neuen Garten, und auf der idyllischen Pfaucninsel, frohe