Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

«8

und heitere Tage, so daß Sie die traurigen Zerstörungen ver-gaß. Besonders beschäftigte Sie sich viel mit dem seelenvol-len, lebensfrohen, schon mehr herangewachsenen Kronprinzen,und der sinnigen, kindlichen Prinzessinn Tochter Charlotte, undder lebensvollen Prinzessinn Friederike. In dieser Umgebunggab und nahm Sie Alles, was die Natur Großes, der GeistTiefes und die Liebe Süßes hat. In diesem milden Lichtesonnte sich damals Alles, was zum Hofe gehörte, und dieganze Stadt Potsdam wurde seiner verlängerten Anwesen-heit froh. Auch Referent war von dieser Gunstbezeigungnicht ausgeschlossen. *) Als er Sie zum Erstenmal wieder-sah, war er, wiewohl eine angreifende Zeit mit allen ihrenUcbeln dazwischen lag, von der Schönheit, Stattlichkeit undAnmuth der Königinn überrascht. Es lag in Ihrem Weseneine Hoheit und Würde, die mit Ehrfurcht, und in IhremEntgegenkommen eine Freundlichkeit und eine Herzcnsgüte,die mit Vertrauen erfüllte. Sie versicherte, daß Sie seineSchrift 2*) ^ Cwbauung gelesen; vorzüglich habe Ihr diePredigt: „Warum weinte Jesus über Jerusalem? Habenwir Ursache über unsere Stadt zu weinen?" Wohlgefallen.Diese, wie mehrere andere Reden, habe Sie mit Ihren Kin-dern gelesen, und Sie sagte viele Stellen aus dem Buche

Dabei wird besonders an das erinnert, was Vorrede Thcil I.Seite XX. über die fatale Notwendigkeit des Verfassers, vonsich selbst hie und da reden zu müssen, gesagt ist. Gern ließer das weg, wenn es, unmittelbar gegeben und vernommen, nichtzur Charakteristik nothwcndig gehörte; doch wird auch nur sol-ches angeführt.

> „ Worte der Belehrung und des Trostes, gesprochen in den Ta-gen der Noch in der Hof- und Garnisonkirche zu Potsdam.Potsdam bei Horvath. 18V8."