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In dieser Gemiithsstimmung empfing Sie in der heili-gen Woche aus den Händen Ihres Beichtvaters, des Prodstes»>. Ribbcck*), das heilige Abendmahl. In dieser heiligenHandlung, die in ihrer edlen Einfalt, in ihrer hohen Bedeu-
") Der Probst und Obcrconsistorialrath Or. Ribbeck war ei» sehrwürdiger Mann und ein Geistlicher im vollen Sinne des Wor-tes. Schon als Prediger an der h. Geistkirchc zu Magdeburgwurde er sehr gern gehört und war er als Redner ebenso geschätzt,wie als edler, offener Mensch geliebt. Seine Vorträge zeichne»sich durch Ordnung und Klarheit aus, auch fehlt es ihnen nichtan sanfter Wärme; doch ist diese dem Lichte, das sie durchdringt,untergeordnet. Seine Predigten, die er früher und später heraus-gab, sind de» besten der damaligen Zeit beizuzählen. SeineSchrift: „Uebcr die Nothwcndigkcit und Nützlichkeit der from-men Sonntagsfcier"; und die andere: „Uebcr Unsterblichkeit undWiedersehen in einer besseren Welt", behalten ihren Werth. MitBeifall wurde er auch in Berlin gehört und man mußte frühzur Kirche gehen, wenn man einen Platz gewinnen wollte. DieseAufmerksamkeit und Beachtung wäre, als eine verdiente, ihm bisan sein Ende zu wünschen gewesen; sie ließ aber in de» letztenJahren seines Lebens nach. In seinem auf conscqucntcn Grund-sätzen ruhenden Charakter war er fest und sich gleich bleibend,und seine Gravität, die aber nichts Angenommenes und Affcctir-tcs hatte, verließ ihn nicht; dcßhalb war er vorsichtig und be-hutsam in seinen Mitthcilungcn und nur gegen Freunde offen-herzig. Er und Haustein waren verschiedenartig; aber Beideehrlich und aufrichtig, nicht nur als College«, innige, warmeFreunde, bis an's Ende. Von Vergnügungen, besonders öffent-lichen, war er kein Freund; er liebte und suchte die Einsamkeit,und weil er seinen complicirten Beruf liebte, ging Pflicht ihmüber Alles, und Arbeit war bei ihm an der Tagesordnung bisin die Nacht. Die Königinn liebte und schätzte ihn; gern sprachSic von ihm und nie anders als mit Achtung und Wohlwollen.Seinem Lebcnsbilde kann man, wie dem von dem unsterblichenBeza, keine bessere Unterschrift geben, als wenn man ihn liili-deck vonerabili« nennt.