Talente, gute Gesinnungen, Vaterlandsliebe und Heroismus,nicht ausschließungswcise ein Vorzug der höheren Stande,sondern ein Geschenk der Natur sei, verliehen den Hüttenso gut, als den Palästen. Jede Zeit hat ihr Gutes; aberauch ihre Vorurthcile. Ueber diese und ihre Stagnation warein Licht aufgegangen, in dessen Strahlen matt und bloßdastand, was früher in dem falschen erborgten Schimmeräußerer Vorzüge geglänzt hatte. Das Unglück der Zeithatte Vieles klar gemacht, dem bis dahin Gewohnheit undVertrauen einen Werth beigelegt hatte, den es in, sich nichtbesessen. Wahres, ächtcs Bcsitzthum, worauf auch bei all-gemeinen Kalamitäten zu rechnen sei, und das in der Probebestehe, läge tiefer, und könne nicht von Andern empfangen,sondern müsse selbst durch Intelligenz und Sittlichkeit er-worben werden. So liegt es in der Natur und in jedergerechten Sache; aber Vorurtheile, wenn sie einmal Wurzelschlagen, ziehen sich, geschützt durch die Begünstigten, zäheoft von Generation zu Generation durch Jahrhundertc fort,so daß selbst der Einsichtsvolle ihnen huldiget und sie, ver-flochten und eingewachsen in die ganze Organisation, nichtangetastet werden. Ein gewaltiger Stoß zersprengt die Fu-gen und Bequemlichkeiten, in denen man, sich bewegte undlebte und wie einem Blinden, so ist und wird Allen, denengeistig der Staar gestochen ist. Die Zeit, bereichert durchtheuer und schmerzhaft eingekaufte Erfahrungen, war eineneue geworden.
Niemand verstand ihre Forderungen besser, Niemandfühlte ihre Tendenz richtiger, Niemand merkte auf ihre Pulse,sie richtig von bloßen vorübergehenden Wallungen unter-scheidend, aufmerksamer, als König Friedrich Wilhelm kll.