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innerung trüber Vergangenheit; noch fühlte man den Druck-der Gegenwart, und doch wollte und mochte man sein Herzheiteren Hoffnungen auf eine bessere Zukunft nicht verschlie-ßen. Dicß erzeugte jenes Gefühl, welches unsere Spracheausdrucksvoll mit dem Namen Wehmuth bezeichnet. Sieist der Träger unseres Lebens; besonders dann immer, wennes ein stilles pflichtmäßiges geworden ist. Sic ist der Däm-pfer der jubelnden Freude; und doch verhindert sie die ge-müthliche, sanfte Freude nicht und gicbt eine innere Hebungund ein Selbstbewußtsein, wobei Einem wohl ist. Sie ver-hindert die Lustigkeit, sie läßt die Traurigkeit nicht aufkom-men; sie hält die Wagschale im Gleichgewichte; das Schwan-ken derselben hört auf, und steht fest in der Mitte. Darumgiebt es, die frohe Jugend ausgenommen, die mit Biencn-lippen an der Gegenwart hängt, kein vollkommenes Glückauf Erden, weil das Menschenleben nicht vollkommen istund immer die Vergangenheit die Gegenwart trübt und indieser Trübung die Zukunft ungewiß ist.
Man gab sich alle mögliche Mühe, diesem Feste die Fär-bung des vollen irdischen Glückes zu geben. Das Wogender Menschen auf den Straßen, besonders um das Palaisdes Königs und der Königinn, hörte nicht auf; der Em-pfang derselben in dem Opcrnhausc und Nationaltheatcrwar fröhlichstürmisch; die Stadt war prächtig erleuchtetund die Musik ertönte von allen Seiten. Aber die Weh-muth tönte durch; man hörte sie selbst in dem Gesänge desin dem Schauspielhause dicht versammelten Volkes: „DenKönig segne Gott". Sie wurde auss Neue gewecktdurch das in allen Kirchen gefeierte Dankfcst und durchdie Speisung der Armen, wozu allein die Kaufmannschaft