den, da müssen die Wurzeln derselben tief liegen und in dasinnere Leben eingedrungen sein. Wie Kinder ihren Water undihre Mutter empfangen, von denen sie schmerzhaft getrenntwaren, und über die Freude des Wiedersehens alle ausge-standenen Schmerzen vergessen, so empfingen die Unterthancnihren rechtmäßigen Landesherr» und die Landcsmuttcr; siewaren ihnen durch gemeinschaftliche Leiden noch werther ge-worden. Von allen Seiten liefen die Menschen zusammen,Ihn und Sie zu sehen; sie standen da mit entblößten Häup-tern, Lchräncn wehmüthiger Freude glänzten in ihren treuenAugen; dem Könige that diese Anhänglichkeit wohl, die Kö-niginn aber kam nicht aus tiefer Gcmüthsbewegung. Auchdas ärmste und kleinste Dorf blieb nicht zurück: Jeder gabwillig und freudig, und sollte es nur ein Scherflcin sein,zur allgemeinen Freudcnbezeigung her.
Es war Winter und er lag mit seinem eigcnthümlichenLichte auf der Gegend ringsumher. Weihnachten war inder Nähe, und mit ihm seine Hoffnungen, seine Christbäume,seine Lichter und stillen Freuden. In Freicnwaldc warendie Eichbäumc mit silbernem Reif geschmückt und die Berg-leute sangen unter dem Zuströmen des Volkes mit frischerLebenslust:
„Glück auf! Verfahren ist die Schicht,
Und bei des Christtags holdem LichtSch'n wir den König wieder;
Wie immer kommt Er uns von Gott.
Uns glänzt ein schönes Morgenroth,
Ihm jauchzen unsre Lieder."
„Dort sangen Hirten in der Nacht,