Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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57
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Hier singen Berglens ohne PrachtUnd kunstlos ihre Lieder.

Gelobt sei Gott! Das Lied ist wahr,

Wie dort das Lied der Engelsschaar,

Wir seh'n den König wieder."

In Wcißensee, eine kleine Meile von Berlin, wo Alles,besonders das Landhaus, worin die Königlichen Herrschaftenabstiegen, festlich geschmückt war, wurden Sie von Deputa-tionen feierlich empfangen, und die hohe Fran wurde bis zuThräncn gerührt, als Sie von mit Rosenkränzen geschmück-ten, weiß gekleideten Jungfrauen empfangen wurde und miteinem gesprochenen, überreichten Gedichte ein allegorischesGemälde, auf welchem der Schutzgcist Berlinds der aufge-henden Sonne die Arme entgegenstreckte, in dem geschmack-vollen Saale aufgestellt war. Die Königinn setzte sich daraufmit Ihren jüngsten Kindern in den von der BürgerschaftBerlinds geschenkten Wagen. Dieser viersitzige prächtige Wa-gen war von außen reich mit Silber verziert und innen mitLillasammt^) und Silbcrstickerei geschmackvoll ausgeschlagen.Als Sie dieß sinnvolle symbolische Geschenk dankvoll an-nahm, schrieb Sie noch von Königsberg den kstcn December:

„Sie, meine Herren, sind überzeugt, daß Sehnsuchtund Freude mich nach Berlin begleiten. Die schönste Ent-

') Lilicnfarbe liebte besonders die Königinn. Ein Blindgeborener,der vorzüglich gut hören und fein fühlen konnte, verglich dieseFarbe mit dem sanften Tone einer Flöte und das Scharlach-roth mit dem einer Trompete. Es ist zwischen der Natur-und Geisterwelt eine wunderbare Analogie!