Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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meinen Soldaten, nicht auf Commando, sondern aus freiemAntriebe. Die schlichte, einfache Begebenheit, die nicht vorbe-reitet war, sondern, vom Zufalle herbeigeführt, sich vonselbst machte, berührte das Herz? wogegen die Glanz- Pracht-auszüge am Morgen, als vorbereitet und künstlich wie einTheateract angelegt, nicht nur kalt vorüber gingen, sondernsogar eine gewisse Erbitterung erweckten. Für mich *) undAndere, die umher standen, war der Augenblick ergreifendund rührend, und ich habe mich gern und oft daran er-innert.

Und wer denkt nicht gern daran, daß der Konig zurZeit Seiner tiefsten Erniedrigung sich nie niedrig und krie-chend gegen Seinen mächtigen Gegner benahm? Er be-wahrte und behauptete Seine persönliche Würde; gab keineschmeichelnden Worte, weil Heuchelei Seiner Natur zuwiderwar, ging ruhig und fest durch alle Lagen und Verhältnisse,wie traurig sie auch sein mochten; blieb sich selbst gleich.Er war, der Er war, und stand moralisch höher, als SeinSchicksal. Diejenigen, welche Ihn und Seinen inneren Ge-halt nicht kannten, verkannten Ihn und hielten Seine Ruheund Seinen inneren Frieden für Trotz und Verbissenheit,

') Ich verdanke mit dem vaterländischen Publicum die Mitthei-lung dieser köstlichen Lebensscene aus der Geschichte des Kö-nigs Friedrich Wilhelm III, einem Augenzeugen, den jetzigenProvinzial-Steuerdirector für den Regierungsbezirk D. undM,, Herrn Geheimen Ober-Finanzrath M., der sich zu dieserZeit in Militairverpflegungs-Angelegenheit in Mcmel und Tilsitaufhielt. Dieser ausgezeichnete Staatsmann war Zögling undLiebling des Ministers von Stein.