Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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man sich im Unglück mit Würde betragen kann. Dadurchist das Band der Liebe, welches die Nation mit ihrem Herr-scher verbindet, nur um so fester geknüpft worden; sowie dieFreude des Wiedersehens, wonach die Sehnsucht wechselseitig

festigen suchte. Da die meisten seiner gern gehörten Kanzel-vorträgc oft in mehreren Auflagen gedruckt wurden, so wirkteer auch auswärts viel Gutes; wiewohl die ebenfalls gedruck-ten Predigten von Ribbcck, Sack und Schleiermachcr, gründ-licher, logisch geordneter, geistreicher und lehrreicher sind.Im Leben war Hanstein exemplarisch; mit großer Borsichtwachte er über seine Zunge und seine Schritte, und sein Hauswar der Wohnsitz der Gastfreundschaft. Er starb, weil er Al-les weggab, in dürftigen Umständen, und sein von Berlin ge-feiertes Begräbnis bewies die große Liebe und Achtung, die erin der Stadt genossen.

Gern gedenke ich bei dieser Gelegenheit seines Bruders,des Predigers Hanstein zu Potsdam an der Nicolaikirchc. Erist weniger bekannt; aber es war ein würdiger Mann und seinAndenken lebt noch in Segen fort. Er war ein gewissenhafterDiener der Gemeinde und besaß die schöne Gabe, gründlich,biblisch, zeitgemäß und natürlich beredt, angenehm zu sprechen.Seine nachgelassenen gedruckten Predigten sind davon ein satt-samcr Beweis. Im Umgange war er bescheiden und demüthig;er ging still einher; in seinem Charakter und in seiner Stimmelag eine Wehmuth, die wohlthucnd war, weil sie eine festeMännlichkeit hatte. Er lebte nur seinem Amte, den Gemeinde-gliedern, und vorzüglich den Armen. Als Sckretair der Bibel-gesellschaft war er derselben sehr nützlich und beförderte dieVerbreitung der heiligen Schrift auf eine ihrer göttlichen Würdeangemessene Weise. Die mit ihm in Amtsgcschäftcn und Freund-schaft verlebten Stunden zähle ich zu den besten. Weil ermehr war, als er schien, wurde er oft verkannt, und erst nachseinem Tode, der ihn im Berufe überraschte, erst recht gcwür-diget. >Vve Pia anima.