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gleich groß ist, desto reiner sein wird. Ihre wohlaffec-tionirte Luise."
Memel, den 3Isten August I8l)7.
Das große Drama der Zeit war nach dem TilsiterFrieden in einem Acte geschlossen und jeder Patriot suhlte,daß die große Angelegenheit damit nicht zu Ende sei, wie-wohl Keiner einsah, wie und woher die ändernde Hülfe kom-men sollte und könnte; Jeder fürchtete nach dieser bösen Zeitvielmehr eine noch bösere. Der Kaiser Napoleon, den einunersättlicher Ehrgeiz trieb und drängte, war froh und glück-lich, den mächtig geglaubten König von Preußen gedemü-thigt, und mit der Hälfte seines Reiches bereichert, sich grö-ßer und mächtiger gemacht zu haben. Er stand damals aufdem Culminationspunktc seiner Stärke, dem kein Ding un-möglich schien; selbst Johannes Müller, bis dahin PreußischerHistoriograph, sprach ohne Scheu das blasphcmische Wortaus: „Gott habe dem allmächtigen Sieger die Welt über-geben." In dieser Selbstvergöttcrung sah man ihn damalsals einen wunderbaren Mann an; seine Soldaten nanntenmit Begeisterung seinen weltberühmten Namen, und Jeder,der in seine Nähe kam, beugte sich und zitterte vor ihm.Selbst der Kaiser von Rußland, Alexander, scheint von ihmeine große Meinung gehabt zu haben. Den FranzösischenHeroismus hatte die Tapferkeit der Russischen Truppen nichtbesiegen können; sie mußten, als stumpf vor der größerenSchärfe, die Waffen niederlegen; und doch ist es die Frage,ob der Tilsiter Friede ohne den Einfluß des RussischenKaisers nicht noch kläglicher ausgefallen sein würde. Beidekehrten, freilich mit ganz verschiedenen Empfindungen, derEine nach Paris, der Andere nach Petersburg zurück.