Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
36
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frei regen und bewegen konnte, schrieb die Königinn an Ih-ren verehrten Bater:

Der Friede ist geschlossen; aber um einen schmerzhaf-ten Preis: unsere Grenzen werden künftig nur bis zur Elbegehen. Dennoch ist der König größer, als sein Widersacher.Nach Eylau hätte Er einen vvrtheilhaften Frieden machenkönnen; aber da hätte Er freiwillig mit dem bösen Prinzipunterhandeln und sich mit ihm verbinden müssen; jetzt hatEr unterhandelt, gezwungen durch die Roth, und wird sichnicht mit ihm verbinden. Wir sind moralisch frei geblieben;das wird zur politischen Freiheit führen. Ich bin gewiß,lieber Vater! Preußen wird dieser schmähliche Friede unddie Art und Weise, wie er geschlossen, einst, wenn ich esauch nicht erlebe, über kurz oder lang, Segen bringen. Auchhätte der König einen treuen Alliirtcn verlassen müssen; daswollte, das konnte Er nicht, der die Treue und Wahrheitselbst ist. Noch einmal: diese Handlungsweise wird Preußeneinst Glück bringen, das ist mein fester Glaube."

In diesem festen Glauben, den das Unglück immer tie-fer wurzeln ließ, sah die herrliche, wahrhaft erlauchte Frau diegroßen Begebenheiten der Welt und ihren Gang an. Soräthselhast und verworren er auch schien, so wurde Sie dochnicht irre und wankend in Ihrem Vertrauen auf die göttlicheWeltregicrung. In dieser war das Sittliche die Hauptsache,um welche sich alles Aeußcre nur als Schale anschließt, dieabfällt von selbst, sobald der Kern reis ist. Mit sinnigemBlick betrachtete Sie die großen Analogsten zwischen denErscheinungen der Natur und den Begebenheiten der Welt.Wie in jedem einzelnen Menschen, so sei in Allen, also auchin ganzen Völkern und Nationen, wenngleich in mannigfachen