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Dieser schöne, aus dem Herzen kunstlos und wahr ge-flossene Brief der Königinn läßt einen tiefen Blick thunin Ihr Innerstes, Wir sehen, daß Mutterliebe in ihrertiefen Kraft es war, was in Ihr lebte und wogte; undwenn sie unglücklich war, in Hinsicht auf Weltercignisse,die Alles in ihrem tobenden Strudel mit fortrissen, so warSie doch die glücklichste Ehefrau und Mutter. Diese Com-pensatio» erhielt in Ihr eine Erhebung des Gemüthes, eineRuhe der Seele, die Sie fähig machte, sich aufrecht zu er-halten und Alles, was eingebrochen war, mir Fassung undWürde zu ertragen. In dieser Stimmung und Richtungvermochte Sie es, bei dem endlich eintretenden Frieden, des-sen Schmach unter dem Namen des ,,Tilsiter" bekannt ist,den fürchterlichen Mann persönlich zu sehen und zu sprechen,der ihn als Sieger dictirte, in dessen damals Alles vermö-gender Hand die Macht lag. —
Er, der Kaiser Napoleon Bonaparte, hatte dieß ge-wünscht, theils um seinen Ehrgeiz und Stolz zu befriedigen,dann aber auch aus Neugierde, um die schönste Frau, diegedcmüthigte Königinn, von Angesicht zu Angesicht zu sehen.Seine nächste Umgebung, besonders der schlaue Talleyrand,der die Empfänglichkeit seines Herrn für weibliche Schönheitund Reize kannte und fürchtete, *) hatte seine Zusammen-kunst mit der Königinn zu verhindern gesucht und legte aller-lei Schwierigkeiten, um sie zu verhüten, in den Weg. Sie kam.aber doch zu Stande, weil der Kaiser sie wollte, und die Kö-niginn war willig, sich diese Demüthigung und Selbstverleug-
Man sehe die Nachrichten von ihm und über ihn.