Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen
 

24

Himmels bin ich jetzt ruhig, und in solcher Ruhe, wennauch nicht irdisch glucklich, doch, was mehr sagen will, gei-stig glückselig. Es wird mir immer klarer, daß Alles sokommen mußte, wie es gekommen ist. Dse göttliche Bor-sehung leitet unverkennbar neue Weltzustände ein und essoll eine andere Ordnung der Dinge werden, da die altesich überlebt hat, und in sich selbst als abgestorbenzusammen stürzt. Wir sind eingeschlafen auf den Lor-becrn Friedrich des Großen, der, der Herr seines Jahrhun-derts, eine neue Zeit schuf. Wir sind mit derselben nichtfortgeschritten, deßhalb überflügelt sie uns. Das flehetNiemand klarer ein, als der König. Noch eben hatte ich-mit Ihm darüber eine lange Unterredung und Er sagte insich gekehrt wiederholentlich: das muß auch bei uns an-ders werden. Auch das Beste und Ucberlegteste mißlingtund der Französische Kaiser ist wenigstens schlauer und listi-ger. Wenn die Russen und die Preußen tapfer wie dieLöwen gefachten haben, müssen wir, wenn auch nicht besiegt,doch das Feld räumen, und der Feind bleibt im Vortheil.Bon ihm können wir Vieles lernen, und es wird nicht ver-loren sein, was er gethan und ausgerichtet hat. Es wäreLästerung zu sagen, Gott sei mit ihm; aber offenbar ist erein Werkzeug in des Allmächtigen Hand, um das Alte, wel-ches kein Leben mehr hat, das aber mit den Außendingenfest verwachsen ist, zu begraben. Gewiß wird es besser wer-den ; das verbürgt der Glanbe an das vollkommenste Wesen.Aber es kann nur gut werden in der Welt durch die Guten.Deßhalb glaube ich auch nicht, daß der Kaiser NapoleonBonaparte fest und sicher auf seinem, jetzt freilich glänzendenThron ist. Fest und ruhig ist nur allein Wahrheit und Ge-rechtigkeit, und er ist politisch, das heißt klug, und er rich-