Druckschrift 
2,2 (1845)
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achtet von Nationen, und werden ewig Freunde haben, weilwir sie verdienen. Wie beruhigend drescr Gedanke ist, läßtsich nicht sagen. Ich ertrage Alles mit einer solchen Ruheund Gelassenheit, die nur der innere Frieden des Gewissensund reine Zuversicht geben kann. Deßwcgcn sein Sie über-zeugt, bester Vater, daß wir nie ganz unglücklich sein kön-nen, und daß Mancher, mit einer glänzenden Krone geschmücktund vom Glück umgeben, nicht so froh ist, als wir, meinMann, unsere gesunden Kinder und ich, es sind. Gott schenkeallen guten Menschen den Frieden der Brust, und noch im-mer wird auch der Unglücklichste Ursachen und verborgenestille Quellen der Freude haben. Noch eins zu Ihrem Tröste:daß nie etwas von unserer Seite geschehen wird, das nichtmit der strengsten Ehre verträglich ist, und was nicht mitdem Ganzen gehet. Denken Sie nicht an einzelne Er-bärmlichkeiten. Der König steht mitten im Unglück ehrwür-dig und charaktcrgroß da. Das wird auch Sic trösten: dasweiß ich, so wie Alle,-die mir angehören. Ich bin aufewig Ihre treue, gehorsame, Sie innig liebende Tochter,und, Gottlob, daß ich eS sagen kann, da Ihre Gnade michdazu berechtigt, Ihre Freundinn

Luise."

Noch immer sind meine Briefe hier, weil nicht nurWind, sondern Stürme alles Auslaufen der Schiffe unmög-lich machten. Nun schick ich Ihnen einen sichern Menschen,und fahre fort, Ihnen Nachrichten mitzutheilcn. Die Ar-mee ist genöthigt gewesen, sich immer mehr und mehr zurück-zuziehen und ist von Russischer Seite ein Waffenstillstandauf vier Wochen abgeschlossen worden. Ostmals klärt sichder Himmel auf, wenn man trübes Wetter vermuthet: es