Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
Seite
21
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hm auf dem Punkte, das Königreich zu verlassen. BedenkenSie, wie mir dabei ist; doch bitte ich Sic, verkennen SieIhre Tochter nicht. Glauben Sic ja nicht, daß Zweifelund Kleinmuth mein Haupt beugen. Zwei Hauptgründehabe ich, die mich über Alles erheben; der erste ist der Ge-danke: wir sind kein Spiel des blinden Zufalls, sondern wirstehen in Gottes Hand und die Vorsehung leitet uns, wenn-gleich durch Finsterniß, doch am Ende zum Licht, denn seinganzes Wesen ist Licht; der zweite: wir gehen mit Ehrenunter. Der König hat bewiesen, der Welt hat er es bewie-sen, daß Er nicht Schande will, sondern Ehre, und Er istbesser, als sein Schicksal. Preußen will nicht freiwilligSclavenketten tragen. Auch nicht einen Schritt hat derKönig anders handeln können, als Er gehandelt hat. Er,der die Wahrheit und Treue selbst ist, konnte seinem Cha-rakter nicht ungetreu und an seinem Volke nicht zum Ver-räther werden. Wie dieses mitten im Unglück stärkt undhebt, kann nur der fühlen, den wahres Ehrgefühl durch-dringt. Doch zur Sache. Durch die unglückliche Schlachtbei Fricdland kam Königsberg in Französische Hände. Wirsind vom Feinde gedrängt und wenn die Gefahr nur etwasnäher rückt, so bin ich in die Nothwendigkcit versetzt, mitmeinen Kindern Memel zu verlassen. Der König wird sichwieder mit dem Kaiser vereinigen. Ich gehe, sobald drin-gende Gefahr eintritt, nach Riga; Gott wird mir helfen,den Augenblick zu bestehen, wo ich über die Grenze desReiches muß. Da wird es Kraft erfordern; aber ich richtemeinen Blick gen Himmel, von wo alles Gute und allesBöse kommt, und mein fester Glaube ist, Gott schickt nichtmehr, und legt nicht mehr auf, als wir tragen können.Noch einmal, bester Vater, wir gehen unter mit Ehren, ge-