Druckschrift 
2,2 (1845)
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Ucberfluß reichen: sie wollen von keiner Ucbergabc hören, siewollen lieber nnter Schutt und Trümmern begraben werden,als untreu an dem Könige handeln; eben so halten sich Kol-berg und Graudcnz. Wäre es mit allen Festungen so gewe-sen! Doch genug von den vergangenen Uebeln: wen-den wir unsere Blicke zu Gott, zu ihm, der uns nie ver-läßt, wenn wir ihn nicht verlassen und mit unscrm Herzennicht von ihm weichen. Der König ist mit dem KaiserAlexander bei der Armee. Er bleibt bei derselben, so langeder Kaiser bleibt. Diese herrliche Einigkeit, durch unerschüt-terliche Standhaftigkeit im Unglück begründet, giebt dieschönste Hoffnung zur Ausdauer; durch Beharrlichkeit wirdman siegen, früh oder spät, davon bin ich überzeugt. Indieser Ucbcrzeugung blicke ich zu Gott getrost in eine bessereZukunst und bin und bleibe, bester Vater, Ihre dankbareund gehorsame Tochter

Luise."

Mit der innigsten Rührung und unter Thränen derdankbarsten Zärtlichkeit habe ich Ihren letzten Brief gelesen.Wie soll ich Ihnen würdig danken, bester, zärtlichster Vater,für die vielen Beweise Ihrer Liebe, Ihrer Huld, Ihrer un-beschreiblichen Vatergüte. Welcher Trost ist dicß für mich,und welche Stärkung! Wenn man so geliebt wird, kannman nicht ganz unglücklich sein. Es ist wieder auss Neueein ungeheueres Ungemach über uns gekommen und wir ste-

*) Daß die Königin» über eine scandalöse, unerhörte Sache, diemit blutendem Griffel in die Geschichte eingegraben steht, unddamals, als neu, viel besprochen wurde, mit Schonung hinweggeht, beweist einen acht weiblichen Charakter.