Druckschrift 
2,2 (1845)
Entstehung
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viel sagen will), bis an sein Ende. Dieß rührte daher, daßBeide miteinander so sympathisirten, wie dieß wohl bei Kei-nem sonst noch in der Königlichen Umgebung der Fall gewesen.Ein charakteristischer Zng, der das psychologische Wort:Sage mir, mit wem Dn am Liebsten umgehest, und ichwill Dir sagen wer Du bist", bestätigt. Hufeland war einFreund des Königs, Seiner Gcmahlinn und Ihrer Kinder,ohne zu vergessen, daß er besonders in kranken Tagen IhrDiener war. Ehrfurcht und Zutraulichkeit wußte sein rich-tiger Tact miteinander glücklich zu vereinen, immer auf derrechten Stelle. Er war sreimüthig, ohne scharf; liebevoll,ohne schwach; teilnehmend, ohne geschwätzige dcmüthig, ohnekriechend; consequent, ohne eigensinnig zu sein. Sein gamzes Sein und Wesen war Humanität und er blieb auch alsArzt in verdrießlichen, widerwärtigen Fällen sich darin gleich,weil Liebe sein ganzes Innere durchdrang und beseelte. DasFeierliche und Gehaltene seines ganzen Wesens, welches beimersten Anblick, wenn auch nicht entfernte, doch hemmte undlähmte, verlor sich immer mehr und sein Anfangs starrer,messender Blick gewann im Fortschritt der Unterredung im-mer mehr an Innigkeit, die um so rücksichtsloser gewann,je gediegener und gehaltreicher sie war. Er war (was jederArzt in seiner Sphäre sein sollte, weil Vertrauen besondershier, wie überall, so wichtig ist) ein Freund der KöniglichenFamilie; dieß dehnte sich aus auf die seinige, da seine Kin-der mit den Königlichen umgingen, und hier, wie bei Kin-dern, wenn sie wahr und kindlich sind, der Unterschied derStände sich verlor. Darin hat es vorzüglich seinen Grund,daß sein öl)jähriges Amtsjubiläum auf eine seltene Art auchdadurch gefeiert wurde, daß sämmtlichc Königlichen Kinderdem Jubilar ein Album schenkten, in welches sie, jedes für